30 Jul 2026
Deutschland prüft den Glücksspielstaatsvertrag 2021 mit Blick auf die Frist Ende 2026

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021, der seit Juli 2021 gilt und Online-Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Poker sowie Tischspiele wie Roulette in Online-Casinos regelt, unterliegt einer formellen Überprüfung, die vor dem 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein muss, und diese Evaluierung wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder zusammen mit den Bundesländern geleitet.
Hintergründe und Regelungen des Vertrags
Seit Inkrafttreten im Juli 2021 legt der Vertrag einheitliche Standards für das legale Angebot fest, darunter Einsatzlimits von einem Euro pro Spin bei virtuellen Automaten, eine fünfsekündige Verzögerung zwischen den Spielen sowie eine monatliche Einzahlungsobergrenze von tausend Euro, während die Behörden nun technische Aspekte dieser Vorgaben systematisch analysieren, um die Wirksamkeit im regulierten Markt zu bewerten.
Ursachen für die laufende Überprüfung
Beobachter haben festgestellt, dass die Kanalisierungsrate im regulierten Bereich bei etwa 77 Prozent liegt, sodass ein erheblicher Anteil der Wettaktivitäten weiterhin auf nicht lizenzierte Plattformen ausweicht, und diese Entwicklung hat die GGL sowie die Länder veranlasst, die restriktiven Bestimmungen wie die genannten Einsatz- und Einzahlungsgrenzen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Im Juli 2026 laufen die technischen Vorbereitungen für die abschließende Bewertung auf Hochtouren, wobei Daten zu den Auswirkungen der Limits und Verzögerungsregeln gesammelt werden, und gleichzeitig fließen Rückmeldungen aus der Branche ein, die mögliche Anpassungen bei den Limits oder bei der Besteuerung vorschlagen.
Beteiligte Akteure und Prozess
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder koordiniert die technische Evaluierung in enger Abstimmung mit den Bundesländern, während Vertreter der Glücksspielindustrie Stellungnahmen zu Reformoptionen einreichen können, und dieser strukturierte Prozess soll sicherstellen, dass die Ergebnisse bis zur gesetzlichen Frist Ende 2026 vorliegen.

Mögliche Anpassungen und Brancheninput
Experten haben bereits erste Hinweise darauf, dass Anpassungen bei den Einsatzlimits oder bei den Einzahlungsobergrenzen diskutiert werden, und auch steuerliche Änderungen stehen auf der Agenda, da die aktuelle Kanalisierungsquote von etwa 77 Prozent als Indikator für notwendige Nachbesserungen gilt.
Die Eingaben aus der Industrie konzentrieren sich auf eine ausgewogenere Gestaltung der Regeln, sodass mehr Spieler in den regulierten Markt wechseln könnten, während die Behörden gleichzeitig die Ziele des Jugendschutzes und der Spielsuchtprävention im Blick behalten.
Ausblick auf die weiteren Schritte
Die laufende Überprüfung umfasst detaillierte Analysen der Marktdaten und der Nutzerverhalten, und die Ergebnisse sollen als Grundlage für mögliche Gesetzesänderungen dienen, die nach 2026 in Kraft treten könnten.
Fazit
Zusammengefasst zeigt die formelle Überprüfung des GlüStV 2021, dass die GGL und die Länder die bestehenden Regelungen vor der Dezember-2026-Frist systematisch auf ihre Effektivität prüfen, und die Einbeziehung von Branchenfeedback sowie die Berücksichtigung der Kanalisierungsquote bilden dabei zentrale Elemente des Prozesses.